Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie

KHK-DeQS: Innovationsprojekt zur Qualität der invasiven Therapie der koronaren Herzkrankheit (KHK)

(Berlin – 26.03.2026) – Die koronare Herzkrankheit ist in den westlichen Industrieländern eine bedeutende Volkskrankheit und die wichtigste Ursache kardiovaskulärer Todesfälle. Wenn Lebensstilanpassungen und medikamentöse Therapien nicht ausreichen, haben für das Überleben sowie für die Lebensqualität der betroffenen Patient:innen zwei invasive Verfahren eine besondere Bedeutung: die Aorto-Coronare Bypassoperation (ACB) oder die Perkutane Coronar-Intervention (PCI). Welches Verfahren ist für betroffene Patient:innen die beste Wahl?

Die Empfehlung hierzu soll den Patient:innen durch ein interdisziplinäres Herzteam bestehend aus Fachärzt:innen für Herzchirurgie und Kardiologie – evidenzbasiert unter Berücksichtigung geltender wissenschaftlicher Leitlinien sowie unter Einbeziehung vielfältiger patientenindividueller Risikofaktoren – gegeben werden. Zur Bewertung der aktuellen Versorgung in Deutschland stehen zwei prozedurbezogene, voneinander unabhängige datengestützte, einrichtungsübergreifende Qualitätssicherungsverfahren (DeQS) für die Koronarchirurgie und die PCI zur Verfügung. Diese fokussieren allerdings nur auf die Eingriffe selbst. Sie berücksichtigen nur bedingt die Ausprägung der KHK, nur teilweise wesentliche Risikofaktoren, kaum die Indikationsqualität zur Wahl des Therapie-Verfahrens und liefern weder Informationen zur interdisziplinären Herzteam-Abstimmung noch zur differenzierten Beratung der Patient:innen.

Multiprofessionelles Konsortium analysiert den aktuellen Stand und erarbeitet Empfehlungen für ein ganzheitliches QS-Verfahren

Genau an diesem Punkt setzt das vom G-BA-Innovationsausschuss geförderte Projekt „KHK-DeQS – Koronare Herzerkrankung: Datengestützte einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung“ an. In dem Projekt arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) als Konsortialführung mit den Konsortialpartnern – der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK), dem Institut für Gesundheitsversorgungsforschung und Klinische Epidemiologie (IGVE) der Philipps-Universität Marburg und dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) zusammen. Ziel ist es, geeignete Qualitätsindikatoren für die invasive Therapie der KHK zu identifizieren, die nicht nur unabhängig voneinander die beiden Eingriffsalternativen und deren Therapieverlauf im Fokus haben, sondern darüber hinaus ausgehend von der Ausprägung der KHK die Indikationsstellung, die Interdisziplinarität, die Entscheidungsfindung bei der Therapieauswahl und die Einbeziehung der Patient:innen nachvollziehbar machen. Für ihre Studie verwenden die Forschenden einen Mixed-Methods-Ansatz, der sowohl quantitative als auch qualitative Analysen umfasst. Dazu zählen die systematische Literaturrecherche, die Auswertung relevanter Leitlinien, die Sekundär-Analyse der datengestützten externen Qualitätssicherung (DeQS) zur „Koronarchirurgie“ und „PCI“ und die Analyse bundesweiter Routinedaten von AOK-Versicherten. Durch diesen Ansatz sollen patientenindividuelle Behandlungsverläufe und -ergebnisse dargestellt und bewertet werden können.

Ziel des Projekts: Ganzheitliche, patientenzentrierte Qualitätssicherung

Am Ende der Untersuchungen steht die Entwicklung von geeigneten Qualitätsindikatoren – ein Prozess, an dem sowohl klinische Expert:innen als auch Patientenvertreter:innen beteiligt werden. Die primär identifizierten Indikatoren werden in einem sogenannten Delphi-Konsensverfahren von Expert:innen bewertet und abschließend konsentiert. Dr. Andreas Beckmann, Projektleiter und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Thorax-,

Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG): „Mit den aus diesem Innovationsprojekt entstehenden neuen Erkenntnissen möchten wir einen Vorschlag für einen Paradigmenwechsel der Qualitätssicherung von einer eingriffs- zu einer diagnosebezogenen Betrachtung machen. Damit leistet das Konsortium einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit KHK.

Weitere Informationen zum Projekt: https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/khk-deqs.670

Sie haben darüber hinaus noch Fragen? Wir helfen Ihnen gern weiter:

Deutsche Gesellschaft für
Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Langenbeck-Virchow-Haus
Luisenstraße 58/59
10117 Berlin
presse@dgthg.de
TEL: 030 519995691

Hier finden Sie unsere Pressemitteilung als PDF zum Download. 

Generic selectors
Nur genaue Ergebnisse
Titel
Inhalt
Post Type Selectors