Köln/21.02.2026 – Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie ehrte gestern im feierlichen Rahmen ihrer Jahrestagung zwei neue Ehrenmitglieder: Martin Vestweber, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Herzstiftung, und Professor Armin Welz, ehemaliger DGTHG-Präsident und Vorstand des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung. Was ihnen die Auszeichnung bedeutet, haben sie uns erzählt.
Die DGTHG und Professor Armin Welz – eine beständige und treue Beziehung, die seit über 40 Jahren besteht. 1979 begann sein Weg in der Herzchirurgie in München. Zwei Jahre später trat er als junger Herzchirurg der Fachgesellschaft bei, hielt kurz darauf seinen ersten Vortrag auf der Jahrestagung und wurde schließlich Beisitzer, Tagungspräsident und im Jahr 2015 sogar Präsident der DGTHG. Eine beeindruckende Karriere, die viel Einsatz und Engagement erforderte – und all das neben seinen herausfordernden beruflichen Tätigkeiten, unter anderem als langjähriger Leiter der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Für dieses Engagement wurde Armin Welz nun ausgezeichnet. „Wir verleihen Professor Armin Welz die Ehrenmitgliedschaft, weil er die deutsche Herzchirurgie über Jahrzehnte hinweg als Chirurg, Wissenschaftler und akademischer Lehrer maßgeblich geprägt hat“, sagt Professor Andreas Böning, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie.
„Mit großem Engagement übernahm Armin Welz Verantwortung in unserer Fachgesellschaft, setzte sich unter anderem für qualitätsgesicherte herzchirurgische Verfahren ein und stärkte die wissenschaftliche Weiterentwicklung unseres Faches. Auch sein unermüdlicher Einsatz für den Nachwuchs und für die Sichtbarkeit der Herzchirurgie in Deutschland verdient großen Respekt und unsere besondere Wertschätzung.“
Fokus auf dem Nachwuchs
„Ich freue mich sehr aufrichtig über die Ehrenmitgliedschaft“, sagt der inzwischen pensionierte Herzchirurg. „Die DGTHG hat mich immer gut begleitet, ich habe nur positive Erinnerungen daran.“ Vor allem als junger Arzt habe er sehr von den Fortbildungen der DGTHG profitiert – und wünscht sich für die Zukunft der Fachgesellschaft, dass es hier genauso gut weitergeht. „Die Herzchirurgie ist kein Boom-Fach“, sagt er. „Wir müssen unseren Nachwuchs motivieren und fördern.“ Das läge ihm am Herzen, denn Armin Welz war selbst Herzchirurg aus Leidenschaft – aus guten Gründen: „Die Herzchirurgie ist ein recht junges Fach, die erste Herz-OP mit Herz-Lungen-Maschine wurde in Deutschland 1958 durchgeführt, das ist alles in meiner Lebensspanne entstanden, und ich habe miterlebt, wie sich die Ergebnisse drastisch verbessert haben.“
Die Herzchirurgie sei ein sehr erfüllendes Fach. „Mit unseren modernen Behandlungsmethoden können wir Patientinnen und Patienten effektiv helfen, Leben retten und Lebensqualität deutlich verbessern.“ Die gute Einbindung der Patientenperspektive war ihm stets wichtig – sowohl bei Operationen als auch in seinen Ämtern bei der DGTHG. „Es war mir immer ein Anliegen, die Menschen ganzheitlich zu betrachten – nicht nur zu operieren, sondern sie vor und nach dem Eingriff zu begleiten. Nicht selten war ich nicht nur Herzchirurg, sondern auch Zuhörer“, erzählt Armin Welz.
Heute ist er weiterhin eng mit der Herzmedizin verbunden, insbesondere als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung. Auch hier liegt sein Fokus auf dem Nachwuchs: Er fördert die Forschung junger Ärztinnen und Ärzte und verleiht auf der DGTHG-Jahrestagung das Dr.-Rusche-Forschungsprojekt. „Das macht mir Spaß und hält zudem den Kontakt zu den jungen Kolleginnen und Kollegen“, sagt er. Für die DGTHG wünscht er sich, dass die hohe Qualität der Seminare und Weiterbildungen erhalten bleibt und der enge Austausch mit der Kardiologie und Kinderkardiologie weiter gepflegt wird.
Die Ehrenmitgliedschaft der DGTHG fällt für Martin Vestweber in eine besondere Lebensphase – und wirkt beinahe symbolisch. Nach vielen Jahren als Geschäftsführer der Deutschen Herzstiftung (und zugleich der Deutschen Stiftung für Herzforschung) ist er gerade erst in den Ruhestand gegangen. Ein Einschnitt, der Loslassen erfordert, obwohl der Wunsch, die Verbindung zum „Alten“ zu bewahren, oft weiterbesteht. Für Martin Vestweber gilt das ganz besonders. Er hat nun mehr Raum für Privates, für Lego-Nachmittage mit den Enkeln zum Beispiel. Und doch bleibt das Herz an der Arbeit hängen, die für ihn immer mehr war als ein Beruf: eine Berufung eher. Eine Aufgabe, die ihn geprägt und begleitet hat. Das spürte auch die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie deutlich und schafft mit der Ehrenmitgliedschaft nun eine Verbindung zwischen beruflicher Vergangenheit und Zukunft.
„Wir verleihen Martin Vestweber die Ehrenmitgliedschaft, weil er sich als Geschäftsführer der Deutschen Herzstiftung sehr erfolgreich um die Zusammenarbeit der herzmedizinischen Fachgesellschaften verdient gemacht hat“, erklärt Prof. Dr. Jan Gummert, Sekretär der DGTHG.
Zahlreiche Vermittlungsaktionen seien durch Martin Vestweber organisiert worden. Außerdem habe er sich für die Stärkung der Herzchirurgie im Vorstand der Herzstiftung erfolgreich eingesetzt, um das notwendige enge Zusammenwirken von Kardiologie und Herzchirurgie herauszustellen – zum Wohl der Herzpatientinnen und Herzpatienten.
Vertraute Namen und viele gemeinsame Projekte
Martin Vestweber freut sich sehr über diese Auszeichnung. „Ich bin dankbar, stolz, gerührt und alles zugleich, dass ich diese besondere Ehrung erhalte“, sagt der 64-Jährige. „Ich war 35 Jahre bei der Herzstiftung und stand – damals in meiner Funktion als Leiter der Pressestelle – von Beginn an in enger Verbindung zur DGTHG.“ Als erster Name kommt ihm sofort Prof. Dr. Michael-Jürgen Polonius in den Sinn, der von 1997 bis 1998 Präsident der DGTHG war. „Der Austausch hat auf Anhieb sehr gut funktioniert!“ Überhaupt seien es die Menschen, die Martin Vestweber mit der DGTHG verbindet. Es fallen viele Namen, mit denen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bestand.
Auch die Jahrestagungen der DGTHG waren für Martin Vestweber ein wichtiger Eintrag in seinem Terminkalender – und besonders erfreulich: gemeinsame Projekte wie die Vergabe des Dr.-Rusche-Forschungsprojektes, den die DGTHG mit der zur Herzstiftung gehörenden Deutschen Stiftung für Herzforschung jährlich vergibt; ebenso die von der Herzstiftung initiierte Beiratssitzung für Herzchirurg:innen und Kinderkardiolog:innen mit dem Ziel, die gegenseitigen Verbindungen zu stärken. „Es hat mich immer beeindruckt, wie gut diese Sitzungen besucht werden und ich freue mich und danke der DGTHG, dass diese Tradition fortgesetzt wird.“ Im Team denken, das habe er stets versucht. „Mir war es immer wichtig, alle Aspekte zu sehen und zu berücksichtigen – ob Kardiologie oder Herzchirurgie – Hauptsache zum Wohle der Patientinnen und Patienten“, sagt Martin Vestweber. Für die Zukunft wünscht er sich, dass es genauso weitergeht. Er selbst stehe gerne jederzeit beratend zur Verfügung und bleibt auf diese Weise seinem Herzensthema verbunden.
Die DGTHG gratuliert zu den Ehrenmitgliedschaften und freut sich auf eine weiterhin vertrauensvolle und zugewandte Verbindung!